Bewerbungen, oder wie werde ich garantiert nicht genommen…..
Das Thema Bewerbungen ist ja so eine Sache. Der Eine sagt, mach es so, der Andere meint, aber so ist es besser. Infolge dessen weiß der arme Bewerber überhaupt nicht mehr was denn nun richtig ist und macht es richtig falsch.
Ich habe großes Mitgefühl mit den Personalentscheidern großer Unternehmen, denn diese müssen sich täglich mindestens acht Stunden mit immer der gleichen Qualität herumschlagen. Hier bin ich dafür zuständig und habe Gott sei Dank noch andere Aufgaben zu erledigen. Man mag meine Ansichten anmaßend empfinden, arrogant oder nicht zutreffend. All das mag möglich sein. Allerdings haben wir schon Kunden gehabt, die so verzweifelt waren, das Ihre Kinder keinen Ausbildungsplatz fanden, dass sie sich an uns wandten, um die Bewerbung zu bewerten. Das Ergebnis war zumeist vernichtend und auf Grund dieser Bewerbungen hätte ich den Nachwuchsarbeitskräften auch kein Vorstellungstermin gewährt. Nachdem wir unsere Zeit eingesetzt und die Bewerbungen, die im übrigen durch die Schule abgesegnet waren, korrigiert oder neu formuliert hatten, haben alle einen Ausbildungsplatz erhalten. Aber dieses tun wir auch erstmal als Zufall ab.
Thomas Hermanns, seines Zeichens Komiker und Gründer des Quatsch Comedy Club präsentiert in eben diesem das Fundstück der Woche. Hier wollen wir nicht nachstehen und fangen an:
Heute erreichte unsere allgemeine Emailadresse folgende Email:
Bemerkenswerter Weise bin ich altmodisch. Ich lege durchaus Wert auf eine Anrede. Letzten Endes lege ich sogar Wert darauf, dass die Email an den oder die Verantwortlichen der Sache geschickt werden. Aber in jedem Fall hat ein: “Sehr geehrte Damen und Herren” noch keinem geschadet. Es erhöht jedoch die Chancen, das diese Email gelesen wird unheimlich. Dieses kann sich vielleicht der Ein oder Andere nicht vorstellen, aber wir bekommen ca. 150 Email pro Tag und Adresse. Der Rest bleibt im Spamfilter hängen.
Aber mit diesem Mangel war es noch nicht getan. Ich hatte beschlossen, das meine Zeit zu kostbar ist, um mich weiter mit derart formlosen Dingen zu beschäftigen. Da die Betreffzeile der Emailadresse lautete: “Bewerbung als IT-Systemelektroniker”, bat ich unseren Technikleiter sich der Sache einmal anzunehmen und sich den Inhalt der E-Mail anzuschauen. Wir sind ständig auf der Suche nach gutem Personal. Unsere fest eingeplante Teilnahme an der Delmenhorster Leistungsshow mußten wir für dieses Jahr bereits absagen, da uns Projekte zu sehr binden und die korrekte Leistung gegenüber dem Kunden im Vordergrund stehen. Daher ist es umso ärgerlicher, wenn Arbeitszeit durch solche Dinge nicht effizient genutzt wird.
Nun kommen wir zu dem Superfundstück der Woche:
Das positive des Textes war: Er war unterschrieben. Auch das ist inzwischen wohl aus der Mode gekommen. Leider lege ich recht viel Wert auf solche “Kleinigkeiten”.
Der aufmerksame Betrachter wird jedoch noch ein paar Dinge finden, welche ich persönlich weder nachvollziehen kann noch gewillt bin weiter zu beachten. PC-SPEZIALIST firmiert unter Systempartner Computervertriebs-GmbH. Dieses ist für einige Probanden schon schwierig genug. Keinesfalls aber sind wir für die Firma ExuS Data GmbH zuständig, wie im Anschreiben vermerkt. Diese ist zwar bekannt, aber das war es dann auch schon. Für den Leser nicht ersichtlich, aber für mich persönlich ebenso ärgerlich: Der Autor, welcher in der E-Mail genannt wird, ist nicht der Bewerber und wahrscheinlich weder mit ihm verwandt noch verschwägert.
Sollte jemand ernsthaft nicht verstehen, dass solche Bewerbungen keinerlei Beachtung finden, bitte ich um fleißiges Feedback.




