Eines vorneweg: Ich bin ein bischen parteiisch.
Da dachte ich gestern Abend ich schaue mir mal wieder einen netten Boxkampf an. Ich habe ihn auch bis zum Ende gesehen, aber nett? Nett ist irgendwie etwas anderes.
Loben muss man in dieser Hinsicht des Tempo des Kampfes. Khoren Gevor legte ein ordentliches Tempo vor, traf nur leider häufig nur dei Doppeldeckung von Sturm. Sturm agierte gemäß seinen sonstigen Gewohnheiten ungewohnt. Nicht aus der Rückwärtsbewegung agierend, sondern im warsten Sinne Kopf-an-Kopf mit Khoren Gevor. Dieser wurde vom französischen Ringrichter auch mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass der Kopf hinter die Fäuste gehört und nicht davor. Nur an einer Ermahnung ermangelte es deutlich. Die erste Hälfte zeichnete sich durch einen deutlich aktivieren, kämpferischen Khoren Gevor aus. Dieser mußte dann jedoch in der zweiten Hälfte dem hohen Tempo des Kampfes Tribut zollen. Hier zeigte sich dann der perfekte Techniker Sturm, welcher von da an die besserern und klareren Treffer setzte.
Somit gewann Sturm verdient mit 115:113, 115:113 und 117:111. Die 117er Wertung ist sicherlich etwas übertrieben, jedoch hätte Gevor aufgrund seines permanenten Kopfeinsatzes auch einen Punktabzug “verdient”. Mit dieser Wertung war Gevors Trainer ausdrücklich nicht zufrieden, Zitat: “Das solche Leute noch werten dürfen, ist ein Skandal”. Gevor beschimpfte im Ring noch den Ringrichter, das es eine Unverschämtheit sei, diesen kurz vorher einzuwechseln. Der ursprünglich geplante hätte ihm aber wahrscheinlich eher den Rahmen gezeigt.
Nun darf man Gevors Frust aber auch nicht überbewerten, denn der gestrige Kampf war wohl auch ein déjà vu. Bei seinem ersten WM-Griff gegen Abraham lief es sehr ähnlich. Abraham sah dort schlechter aus als Sturm und Gevor lief in der 12. Runde in den K.O.
Auch wenn der Herausforderer mit seinem Schicksal kräftig haderte. Verdient gewonnen hat Felix Sturm