Retrospektive Digitalisierung des Anrufbeantworters – Please rob me « PC-SPEZIALIST Delmenhorst


Retrospektive Digitalisierung des Anrufbeantworters – Please rob me

Zwischen Ende der 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts schlug die große Stunde der Anrufbeantworter. Im aufsteigenden Wirtschaftswunderland konnte nahezu jeder sich ein Telefon leisten. Und dann kam noch der Durchbruch des Anrufbeantworters. Hier konnte man auch Nachrichten hinterlassen und mit seinen Anrufer kommunizieren wenn man gar nicht anwesend war.

Ein Novum!

Diese segensreiche Erfindung erkannten sehr bald auch die Ganoven für sich und riefen “Ede” Zimmermann auf den Plan. Dieser warnte schon sehr bald: “Liebe Mitbürger, sprecht nicht auf eure Anrufbeantworter, dass ihr eine Woche im Urlaub an der Nordsee seid”. Die Botschaft war klar. Jeder der bei einem in Abwesenheit anrief und Böses im Schilde führte, wusste sofort; Hier stört mich keiner.

Nun ja. Das ist Geschichte. Aber wie in der der Geschichte so häufig üblich wiederholt sie sich. Was haben wir heute?

Heute haben wir eine digitale Welt. Das Handy, entweder als Android oder iPhone, gehört zum guten Ton. Die UMTS-Flat ist sowieso mit dabei. Und die damit verbundenen Vorteile liegen glasklar auf der Hand. Egal ob ich im Teutoburger Wald jogge oder für den nächsten Marathon trainiere, mittels GPS Tracker übermittel ich meine Position direkt auf meine Homepage. Und bin ich noch Nutzer von z.B. Twitter kann ich meine Position auch gleich anderen mitteilen.

Diese Vernetzung hat ohne Weiteres ihre Vorteile. Egal ob ich nach München, London, Leer oder ins Kleinwalsertal fahre, die Chance hier jemand zu treffen, den man lange nicht mehr gesehen hat, und der zufällig grade zeit hat, ist immens.

Der Schattenseite dieser Geschichte hat sich die Webseite Please rob me, auf Deutsch: Bitte, raub mich aus, angenommen. Hier erfährt man zum Beispiel, dass Refait zur Zeit im Starbucks in Paris ist. Ein paar Geodaten hinzu und man hat ein Profil mit Wegstrecken und erwarteter Ankunft- oder Abwesenheitszeit.

Alle diese Menschen nutzen Twitter als Mitteilungskanal.

Was lernen wir darauf? Alles was sich im Guten einsetzen lässt, man denke an den Jogger im Teutoburger Wald, der sich den Knöchel verstaucht oder ein Bein bricht, lässt sich leider auch ins Gegenteil umkehren und missbrauchen.

Daher unser Rat: Seid sorgsam mit euren Daten.

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6 Kommentare zu “Retrospektive Digitalisierung des Anrufbeantworters – Please rob me”

  1. JensBliefert JensBliefert sagt:

    Retrospektive Digitalisierung des Anrufbeantworters – Please rob me – via @twitoaster http://pcspezialist-delmenhorst.de/2010/...
    via Twitoaster


  2. Hi, ich hatte damit mit “Please rob me” auch gelesen. Ich hatte auch vorher schon die gleichen Befürchtungen. Das hat mich dazu gebracht, Google Latitude nicht öffentlich zu schalten, sondern nur Bekannte und Verwandte sehen zu lassen, wo ich wann ganz genau bin. Ich twitter meine Aufenthaltsorte auch nur, wenn ich nicht allzulange von meiner Wohnung fern bleibe oder wenn jemand in meiner Abwesenheit auf meine zu Hause aufpasst.

    Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, setzt “Please rob me” auch voraus, dass man neben Twitter gleichzeitig den Geodienst Foursquare nutzt. Panik ist also noch nicht bei allen Twitterern angesagt. Allerdings haben es die Jungs geschafft, auf ein wichtiges Problem aufmerksam zu machen.


  3. Hi, du hast Recht. Notwendig dafür ist der Dienst Foursquare. Kant sagte schon: “Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.” Ab und zu muss man einfach mal selbst denken bzw. auf potentielle Gefahren aufmerksam machen. Und der “Wald” musste mit rein.


  4. ich finde den “Wald” ja selber ein gutes passendes Beispiel für das Problem, deswegen habe ich nichts dagegen, dass Du den reingenommen hast und damit die anderen Leser auch wissen, was da unheimliches im Wald passiert ist: hier ist mein Blogeintrag von damals auf den Du Dich bezogen hast: http://www.frank-roebers.de/2009/08/10/wie-mich-ein-kleiner-sturz-beim-joggen-zum-nachdenken-uber-privatsphare-brachte/


  5. Super, danke dir. Ich hatte kurz geguckt, ihn auf die schnelle aber nciht gefunden.


  6. [...] StudiVZ, MeinVZ, SchülerVZ und wie sie nicht alle heißen.  Wir berichteten Anfang März hier schon über die Offenbarungen der Internets und die Möglichkeiten der dadurch entstehenden [...]


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