Schon Kant schrieb: “Aufkärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit!”
Und genau diese mitunter fehlende Aufklärung haben beide gemeinsam. Man könnte auch sagen, “aus den Augen, aus dem Sinn”. was war vor ca. einem Jahr?
Genau! Ein Aufschrei ging durch die Gemeinde der Computeranwender, Privatpersonen, Einrichtungen und sogar das Militär. Sein Name war Conficker, Kido oder auch Downadup. Nach und nach wurde bekannt, wer denn nicht gepatcht hatte und wen es alles getroffen hatte. Die “grande nation” und ihre Luftwaffe lässt grüßen.
Und heute? Heute ist keine Rede mehr davon. Mir ist ja nichts passiert und es ist noch immer gut gegangen. Dieses ließe sich vielleicht noch vor einigen Jahren behaupten. Doch heute, wo Viren künstlich gezüchtet und verbessert werden, ist das “nichts passiert” nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm. Immerhin hat Conficker es geschafft innerhalb eines Quartales über 10 Millionen Computer, Notebooks, Server und PCs zu infizieren. Und wie bei einem echten, biologischen Virus auch, zeichnet sich Conficker durch eine enorme Anpassungsfahigkeit aus. Das Anfangsvirus zeichnete sich durch hohe massive Verbreitung aus. Seine Nachfolger sind hier schon einen Schritt weiter und nutzten alsbald auch USB-Sticks zu Ihrer Verbreitung. Es fand eine Prüfung nach Medien statt, welche mittels des Autorun Dienstes zur Verbreitung genutzt werden konnten.
Nachdem dieser Schritt erfolgreich abgeschlossen worden ist und quasi die Erprobung erfolgte und Baasis geschaffen wurde, folgte die Variante D des Conficker. Diese Variante schuf ihr eigenes Netz. Mit Hilfe dieses Netztes von infizierten Computern, war es möglich, sich a) noch schneller zu verbreiten und b) auch neue Funktionen, Elemente und Teile herunterzuladen. Die Mutation erfolgte jetzt quasi in Echtzeit und reagiert auf die Bemühungen von Antiviren Spezialisten. Wurde in der Testphase lediglich 250 Domainnamen zur Verbreitung generiert, so stieg diese Leistung bei Conficke”D” auf täglich 50.000 an. Von diesen 50.000 werden aktiv 500 = 1% zufällig ausgewählt und genutzt. Dieses erinnert mich irgendwie an eine andere 1% Regel, oder an die apokalyptische Verbreitungskarte von diversen Hollywood Künstlern…..
Die Sommerpause wurde von dem Virus gut genutzt. Im Vergleich zu seinen Mitbewerbern wie z.B. Clickr oder AutorunINF fiel Conficker auf den fünften Platz der Weltranliste zurück. Dieses allerdings nur, um jetzt zum Jahresende mit neuer, mutierter, geballter Kraft zurückzukommen. Bereits im Novemberreporting steht Conficker bereits wieder auf Platz drei der Liste.
Die Hausaufgaben wurden gemacht. Stand der aktuellen Version: Es werden die Updateserver von Antiviren Herstellern wie Kaspersky, oder Symantec blockiert. Damit ist ein korrektes Update nicht mehr möglich. Aber Conficker wäre nicht Conficker, wenn dieses alles wäre. Weiterhin wird eine fehlerhafte Sicherheitssoftware installiert, welche unterbindet, dass der Benutzer anhand von Meldungen erkennen kann, dass sein System nicht mehr in optimalem Zustand ist. Hier wird dem Nutzer ein einwandfreies System vorgegaukelt.
Die Folge desssen: Auf der einen Seite wird das Netz der infizierten Computer immer größer und auf der anderen Seite werden die infzierten PCs an ihrer Heilung gehindert indem der Zugang versperrt wird.
Und nun kommt die “gute” Nachricht und wir zurück auf die Überschrift: “Gib AIDS keine Chance, schütze dich”. Die massenhafte Verbreitung von Conficker ist einzig und allein durch menschliche Faulheit möglich gewesen, bzw. weiter möglich. Der notwendige Patch von Microsoft ist seit über einem Jahr verfügbar, also schon lange bevor der erste Conficker in Erscheinung trat. Alle Betroffenen haben schlichtweg nicht auf ihren Basisschutz geachtet, was besonders bedauernswert ist, wenn diese dieses als beruf betrieben.
Für alle unsicheren gibt es z.B. hier einen kostenlosen Schnelltest um schnelle Gewissheit über seinen Computer zu haben.
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