Eines vorneweg: Wir sind nicht perfekt und auch wir machen Fehler. Dieses passiert leider an jeder Stelle an der Menschen arbeiten.
Und ja, früher als PCs noch Luxusgüter waren, war alles besser.
Da gab es in unser Branche noch nahezu überall Anstand und vernünftige Leistung und Qualität.
Heute: Heute ist jeder der des Lesens und Schreibens einigermaßen mächtig ist, in der Lage sich auf dem Amt eine Gewerbeanmeldung zu besorgen und “in IT” zu machen. Wir tragen nicht umsonst den Namen PC_SPEZIALIST. Wir haben ausschließlich ausgebildetes Personal mit ständig erneuerter und erweiterter Zertifizierung beschäftigt. Da ist auch logisch, dass wir immer mal wieder mit den Angeboten von irgendwelchen 5-Euro Schraubern konfrontiert werden. Aber wie das im Leben nun mal so ist, Qualität kostet Geld und der andere “schlaue” Spruch lautet: “Wer billig kauft, kauft zweimal”.
Inzwischen ist es so, dass die “Geiz ist geil” Mentalität langsam wieder zurückgeht. Jeder Wirtschaftswissenschaftler wird es begrüssen.
Auf uns bezogen, soll jeder nach seiner Façon glücklich werden, der Markt regelt das von ganz alleine.
Und so begab sich vor einiger Zeit folgende Geschichte:
Einer unserer Marktbegleiter, nennen wir den guten mal Herrn X, schraubte und diente sich so durch die Lande. Herr X war ein großer Verfechter von Open Source und sonstiger kostenneutraler Software. Er nahm hier und da mal einen Computer zurück und dachte sich dabei: “Das ist noch gut, das kannste noch brauchen”. So dauerte es nicht lange, bis sich der nächste Kunde auftat und ihm dieser Computer frisch aus dem Shop wieder verkauft wurde. So das Eine oder Andere Mal überschnitten sich unsere Kunden und wir dienten für den gleichen Auftraggeber. Diese Kunden waren meist überrascht, wenn ein Update nicht funktionierte, oder ihr PC etwas von evtl. Softwarefälschung meldete. Die Klärung war sehr schnell, ja Microsoft möchte doch wirklich, dass die Programme käuflich erworben werden und wo davon nichts an Schlüsseln, Zertifikaten, Original CDs, Handbüchern oder Rechnungen vorhanden ist, da ist zu vermuten, dass die Beschaffung nicht im Rahmen des Legalen erfolgte.
Im Rahmen des Privaten mag jeder darüber denken, was er will, an der juristischen Sachlage ändert das eh nichts, aber im gewerblichen Bereich ist dieses unseres Erachtens nach mindestens grob fahrlässig. Nun wie ich Anfangs schon erwähnte, regelt der Markt sich von ganz alleine und wenn wir zu Kunden eines Marktbegleiters gerufen werden sind wir im Regelfall nicht böse darum.
Bei diesen Aussendiensten bleibt es nicht aus, dass man auch mal hinter die Kulissen schaut und Gelegenheit hat die Qualität des Anderen in Augenschein zu nehmen. Auch dieses ist in nahezu jeder Berufsgruppe so. Hier haben wir dann einige Dinge nicht verstanden. Aber sei es drum. Einer der letzten Berührungspunkte war ein Kunde im fernen Schleswig-Holstein. Hier gab es an einem Wochenende ein großes Drama. Der Kunde ist Dienstleister im Tourismus und es ging nichts mehr. Der EDV und Computerbeauftrage Herr X ist nicht zu erreichen und der Kunde sieht eine Springflut kommen. Gesagt, getan ins Auto gesetzt und losgefahren. Knapp bevor die Deiche brachen waren wir dann vor Ort und begutachteten die Situation.
Leider blieb die Frage nach den Zugangsdaten der Server ergebnislos. Diese lägen ausschließlich bei Herrn X. Das ist hübsch, im Zweifel sogar sicher; So sicher wie die Zahlenkombination des Safes bei schlechtem Gedächtnis im Safe aufzubewahren. Nun ja, wir erklärten dem Besitzer, dass er jetzt zwei Möglichkeiten hat, die erste sei die Daten zu besorgen, die Zweite, wir umgehen diese und vergeben neue Passwörter. Letzteres haben wir dann auch gemacht und diese in einem verschlossenen Umschlag dem Besitzer hinterlassen.
Vier Wochen später grüßte das Murmeltier und wir fuhren wieder hin. Doch was sahen wir diesmal? Mit großen Augen stand dort neue Hardware, allerdings wieder ohne Zugangsdaten. Den Besitzer auf diesen Umstand angesprochen lautete seine Aussage: “Das war laut Herrn X notwendig, da wir die Passwörter geändert hätten und er nicht mehr an das System kam” Auf die Frage hin, warum in aller Welt dieses gemacht wurde, da wir die Passwörter ja hinterlassen hatten, und im Zweifel die Maschine auch ohne Passwörter zur Not hätte komplett neu installiert werden können, antwortete der Besitzer, dass er zu dem Zeitpunkt nicht im Haus war, und er nicht daran gedacht hatte. Seine Vertretung hatte ihn auf einer Reise angerufen und ihm den Umstand mitgeteilt, da er nie Passwörter besessen hatte, vergaß er dieses in dem Moment einfach.
Wir haben den Kopf geschüttelt, der Schaden war ja nun einmal da und unseren Auftrag ausgeführt. Letzten Endes haben wir diesen Kunden jetzt seit Jahren als zufriedenen Kunden gewonnen.
Nicht lange nach dieser Geschichte, welche in allen Berührungspunkten mit Herrn X die aussagekräftigste gewesen ist, erreichte uns die Nachricht, dass dieser sein Gewerbe niedergelegt habe. Einige mögen es Arroganz nennen, wir nennen es Vernunft: “Einsicht es der erste Weg zur Besserung”. Damit wäre die Geschichte zu Ende, wenn da nicht das Wörtchen “wenn” noch wäre.
Ja wenn nicht Anfang des Jahres uns ein Familienmitglied der Familie X besucht hätte, mit einem dringenden Anliegen:
Das Mitglied hatte zwei Geräte, welche unbedingt noch vor Wochenanfang, wir hatten Samstag, fertig gemacht werden müssen, da diese am Dienstag in Süddeutschland eingesetzt werden sollen. Herr X hatte in der Zwischenzeit zu seinem Gewerbe auch noch seine Familie niedergelegt und die Geräte blieben von ihm über.
Was fanden wir nun vor: Zwei Geräte mit einem Windows, desssen Key mit FCKGW beginnt, natürlich keinerlei Updates oder Patche, grottenlangsam, ein Virenscanner der vielleicht scannt, jedoch nichts entfernt, oder kaum etwas erkennt. Zu allem Überfluss fehlten den Geräten ebenso die rudimentärsten Treiber, alles was nicht von Windows erkannt wurde, war schlicht nicht vorhanden. Nein die Geräte sind mechanisch nicht kaputt, aber der richtige Unterbau hilft in der Geschwindigkeit enorm.
Fazit:
Der Schuster mag die schlechtesten Schuhe haben, aber wenn alle Kundeninstallationen von Herrn X so aussehen, dann haben seine Kunden noch viele Zeitbomben unter und auf Ihren Tischen. Und hier kommt wieder der Punkt: Wer billig kauft, kauft zweimal. An dieser Stelle leidet die ganze Branche unter ein paar schwarzen Schafen und es wäre für alle besser, wenn es härtere Eingangsvoraussetzungen gäbe, anstatt Computer und IT fehlerfrei ablesen zu können.
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Was habt ihr denn für Mitbewerber???
Na ja, sagen wir mal ein bis zwei Ernsthafte, welche sich unserem Respekt sicher sind. Der Rest fällt unter Marktbegleiter. Wir sind mit unserem Computershop nun ja auch erst seit den Neunzigern am deutschen Markt. Von daher wiederholt sich die Geschichte häufiger mal.
Ein Schelm wer Böses dabei denkt.