Mit einem kollegialen Gruß nach Bamberg möchte ich diesen Beitrag beginnen.
Dieser hat mit seinem Artikel: Wie fange ich mir einen Virus ein oder falle auf Betrüger herein, einen durchaus lesenswerten Beitrag geschrieben, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Wir beobachten hier seit kurzer Zeit wieder ein verstärktes Auftreten von Betrügereien im Internet.
Nun zu unserer persönlichen Geschichte. Ich beschäftige mich mit Computern und Internet schon seit recht langer Zeit. Angefangen habe ich als noch Akustikkoppler die Verbindungswahl der Zeit waren und man DSL weder buchstabieren konnte noch erfunden hatte. Zu dieser Zeit war der Titel “Nepper, Schlepper, Bauernfänger” von Eduard Zimmermann ebenfalls in aller Munde. Gott sei Dank habe ich ein ebenfalls technikaffines Elternhaus und meine Eltern waren ebenfalls schon lange vor Boris Becker “Drin”. Vor einigen Tagen erhielt ich eine E-Mail von meinem Vater in der er mir von einer merkwürdigen Rechung schrieb.
Jahresgebühr 96,- Euro. Ein gesetzlich verankerter Widerruf wird ausgeschlossen, dafür aber gleich mit Mahnkosten, IP-Tracking und Inkasso gedroht. Dieses wohlgemerkt schon bei Zusendung der Rechnung.
Was ist passiert? Genau wie unser Kollege schrieb; Es ist spät, man surft durchs Internet und denkt sich auf einmal, hey der Sohn, Arbeitskollege oder wer auch immer, sprach mal von Google Earth. Nun hat mein Vater direkt bei Google den Begriff “Google Earth” eingegeben. Gleich der erste Treffer war dann auch das Programm Google Earth. Netter Weise auch schon mit einer anderen Farbe hervorgehoben. Jetzt noch schnell auf den Link geklickt und heruntergeladen. Nun wurde er auf die Download-Seite gelenkt und sollte noch seinen Namen, Adresse und Email angeben, damit er nach Bestätigung der AGB, das kostenlose Programm herunterladen konnte. Es war spät, man ist ja bei Google, gesagt, getan.
Nein, leider falsch. Das bunt Hinterlegte war eine Werbeanzeige von Opendownloads. Überall stand Google Earth und kostenlos. Mit Eingabe der Daten wurde dann auch erst mal ein Abo mit dementsprechenden Kosten abgeschlossen. Vielen Dank hier nochmals an Bamberg: Wenn irgendwo etwas steht von Test, Abo 24 Monate, monatlich, oder jährlich, dann ganz genau lesen. Immer oben im Internetbrowser gucken, wo bin ich. Wenn dort nichts mehr von z.B. Google.de oder Google.com steht, dann stimmt da wahrscheinlich etwas nicht. Hier noch einmal der dringende Hinweis: Niemals seine Adresse auf irgendwelchen Seiten angeben. Im Zweifel die Seiten zu den Favoriten legen und am nächsten Tag noch einmal lesen.
Ich war natürlich auch erst mal platt. Das passiert ja nun allen möglichen Menschen, aber doch nicht mir, bzw. meinem Vater. Ich habe die Geschichte dann genauso gemacht wie er und habe festgestellt, es ist wirklich sehr verwirrend. Man ist immer der Meinung, ich bin bei Google und ich werde ja auch mit den Worten kostenlos quasi überschwemmt.
Die Geschichte wird jetzt noch etwas Zeit kosten und es wird Post von dubiosen Anwälten oder Inkassovereinen kommen. Das ist so sicher wie das “Amen” in der Kirche. Ebenso sicher ist jedoch auch, dass die netten Damen und Herren dieser Firma kein Geld bekommen werden.
Auch hier heißt das Zauberwort “Negative Feststellungsklage”. Der Aussteller wird mit Druck versuchen diese Rechnung bezahlt zu bekommen. Und wenn nur ein paar Leute von Tausenden die Rechnungen bezahlen, war das ein gutes Geschäft für ihn. Ich habe nach der Firma im Internet gesuch und auch gleich einige Leidengenossen gefunden. Diese Firma treibt das Spiel schon seit ein paar Jahren und ist dementsprechend bekannt. Unser Rat, nehmt die Rechnung, geht zum Anwalt und dann ist da recht schnell Ruhe. Bloß tut eins nicht, bezahlen! Sammelt die Schreiben und ignoriert den Rest. Alles was dort an Papier kommt, ist rechtlich gesehen völlig unwichtig. Erst wenn ein gerichtlicher Mahnbescheid kommt, muß gehandelt werden. Der aber kommt nicht, denn die Chancen dieser Firmen vor Gericht Recht zu bekommen sind nicht gegeben.
Das Gleiche funktioniert wie oben geschrieben natürlich auch mit der Angst vor Viren, Würmen und Trojanern. Wennn ihr der Meinung seit, dass bei eurem System etwas nicht stimmt, vorher auf solch interessanten Download-Seiten ward, und einen Virenscanner geschenkt bekommen habt, dann kommt am Besten gleich zu unserer Servicewerkstatt.
Denn eines ist sicher. Unbekannte Wohltäter im Internet, die etwas zu verschenken haben, gibt es nicht.










